Über mich · Tanja Lange
Über mich
Wenn ich allein im Wald bin, kann ich am besten nachdenken, komme zur Ruhe – und mir fallen die Worte ein, die zu meinen Reden passen.
1977 geboren, bin ich in Oberviehbach aufgewachsen, einem kleinen, idyllischen Dorf. Hier lebe ich noch heute mit meinem Mann, unseren beiden Kindern und einigen Haustieren am Ortsrand. Ich liebe diesen Ort, weil wir rundherum Wälder und Wiesen haben, in denen ich seit meiner Kindheit unterwegs bin – daran hat sich bis heute nichts geändert.
Musik, Standesamt, Menschen
Über 20 Jahre lang habe ich eine Rhythmusgruppe geleitet. In vielen Gesprächen mit Brautpaaren und mit Menschen, die einen Angehörigen verloren hatten, durfte ich sie dabei begleiten, die richtige Musik für ihren besonderen Moment zu finden.
Wie das Schicksal es manchmal will, bin ich 2012 im Standesamt gelandet. Von Anfang an war es mein Ziel, „meine Kunden“ nicht nur fachlich, sondern menschlich zu begleiten. Mein Mann und ich hatten bei unserer eigenen Hochzeit einen wunderbaren Standesbeamten, der uns einen unvergesslichen Tag geschenkt hat – genau so sollen „meine Brautpaare“ ihren Tag in Erinnerung behalten.
Ich habe immer ein offenes Ohr für Wünsche, aber auch für Nöte und Sorgen. Trauernden Angehörigen gilt mein ganzes Mitgefühl. Gerade hier braucht es das nötige Gespür, Menschen fachlich und menschlich durch diese Zeit zu begleiten.
Über die Jahre habe ich gemerkt: Ich kann gut mit Menschen, kann mich in sie hineinfühlen – und möchte auf der einen Seite Trauungen zu unvergesslichen Momenten machen, auf der anderen Seite Verstorbenen einen persönlichen und zugleich würdigen Abschied bereiten.
Wie alles begann
Meine Mama war eine ruhige, liebevolle Person, stets für alle anderen da und hat sich selbst immer in den Hintergrund gestellt. Sie hat bei uns gewohnt, und in den letzten Jahren haben wir sie bei uns gepflegt. Als sie gestorben ist, wollten wir keinen Rosenkranz am Tag vor der Beerdigung, sondern eine Trauerandacht. Unser Pfarrer hat das anders gesehen und uns gebeten, dies selbst zu organisieren. Mir war wichtig, meiner Mama einen persönlichen Abschied zu bereiten, ihr ein Stück von dem zurückzugeben, was sie zeitlebens für uns getan hat – und sie so zu beschreiben, wie sie wirklich war. So entstand meine erste Trauerandacht. Bis heute bekomme ich dafür so viel positive Resonanz: Diese Andacht sei würdevoll, persönlich und einzigartig gewesen. Genau das möchte ich auch anderen ermöglichen – ihren Lieben den Abschied zu bereiten, den sie verdient haben.
Jetzt ist der Zeitpunkt da
Gleichzeitig höre ich von Angehörigen immer wieder, dass sie noch nie auf einer so persönlichen standesamtlichen Trauung waren – und die Frage, ob ich nicht auch ihre freie Trauung gestalten möchte. Bisher hat der Zeitpunkt nicht gepasst. Jetzt ist er da.
Ich würde mich freuen, eure freie Trauung zu einem unvergesslichen Tag zu machen – und Sie mit einer sehr persönlichen Trauerfeier ein Stück auf diesem schweren Weg zu begleiten. Für mich widerspricht sich das nicht. Beides gehört zum Leben, und jeder verdient das Beste.
Standesbeamtin seit 2012 · 20 Jahre Rhythmusgruppe · Zuhause in Oberviehbach